Loafer Arten: Tassel, Penny oder Horsebit?
Loafer gehören zu den wenigen Schuhen, die seit Jahrzehnten relevant bleiben – ohne sich gross verändern zu müssen. Kein Schnüren, kein Reissverschluss, einfach reinschlüpfen. Was als simpler Mokassin begann, hat sich über die Jahrzehnte in verschiedene Richtungen entwickelt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Loafer Arten, ihre Unterschiede und worauf es beim Kauf ankommt.
1. Penny Loafer

Vagabond Penny Loafer
Der Penny Loafer ist der Klassiker unter den Loafern und gleichzeitig der vielseitigste. Erkennbar am schmalen Lederriemen über dem Spann mit dem typischen Schlitz – dem sogenannten “Penny Slot”. Der Name kommt tatsächlich daher, dass amerikanische Studenten in den 1930er Jahren eine Münze in diesen Schlitz steckten, teils als Glücksbringer, teils als Notgroschen für einen Telefonanruf.
Der Penny Loafer funktioniert zu fast allem: zur Chinohose im Büro genauso wie zu Jeans am Wochenende. In dunklem Leder wird er formeller, in Hellbraun oder Wildleder eher casual. Genau diese Bandbreite macht ihn zum guten Einstieg, wenn man sich seinen ersten Loafer kauft.
Worauf achten: Die Passform ist entscheidend – der Fuss sollte am Spann gut sitzen, ohne dass der Schuh drückt oder rutscht. Beim Material gilt: gutes Leder wird mit der Zeit bequemer und entwickelt eine eigene Patina. Billige Kunstleder-Loafer tun das nicht.
Berühmte Träger des Penny Loafers
Zahlreiche Ikonen, von Filmstars wie James Dean bis hin zu ehemaligen Präsidenten, haben den Penny Loafer getragen und damit seinen Status als stilvolles Must-have gefestigt. Auch Frauen wie Audrey Hepburn haben diesen Schuhtyp elegant in Szene gesetzt, was seine Unisex-Appeal unterstreicht.
Handarbeit aus Madrid: Castellano 1920

Ein gutes Beispiel für Penny Loafer mit Substanz kommt aus Spanien: Castellano fertigt seit 1920 in Madrid Loafer von Hand. Die Schuhe werden heute noch so hergestellt wie vor hundert Jahren – vom Leisten über den Zuschnitt bis zur finalen Politur mit Wachsen und Cremes, alles in Handarbeit. Das Modell 800, seit 1989 im Sortiment, ist mit über 20’000 verkauften Paaren pro Jahr der meistverkaufte Schuh der Marke. Das Leder kommt von spanischen Gerbereien, die Sohlen sind aus Leder.
Wer sehen will, wie so ein Schuh entsteht, findet hier zwei Videos direkt aus der Werkstatt in Madrid:
2. Tassel Loafer

Solovair Tassel Loafer
Der Tassel Loafer hat seinen Namen von den kleinen Quasten (Tassels) an der Vorderseite. Er entstand in den 1950er Jahren und war lange vor allem in der amerikanischen Ivy-League-Szene zu Hause – Anwälte, Professoren, East-Coast-Preppy. Entsprechend hat er von allen Loafer-Typen die formellste Ausstrahlung.
Der Tassel Loafer trägt sich gut zum Anzug, aber auch zu einer Stoffhose mit Hemd. Zu Jeans und T-Shirt wird es eher schwierig – dafür ist er einen Tick zu elegant. Wer einen Loafer sucht, der etwas mehr hermacht als der Penny Loafer, ist hier richtig.
Unterschied Penny vs. Tassel Loafer: Der Penny Loafer ist schlichter und vielseitiger einsetzbar. Der Tassel Loafer wirkt durch die Quasten etwas dekorativer und dressier. Im direkten Vergleich: Penny für den Alltag, Tassel wenn es etwas aufgeräumter sein soll.
Solovair aus England stellt Tassel Loafer in Goodyear-Welted-Konstruktion her – handgenäht in Northamptonshire, der traditionellen Hochburg der britischen Schuhmacherei.
3. Horsebit Loafer (Gucci Loafers)

Vagabond Horsebit Loafer
Der Horsebit Loafer ist der auffälligste unter den dreien. Sein Erkennungsmerkmal ist die metallene Schnalle über dem Spann – das sogenannte Horsebit (Pferdegebiss), inspiriert von Reitzubehör. Gucci machte diesen Stil in den 1950er Jahren populär, und die Marke ist bis heute am engsten mit dem Horsebit Loafer verbunden.
Charakteristisch ist die glatte Lederkonstruktion kombiniert mit dem Metalldetail. Der Horsebit Loafer bewegt sich irgendwo zwischen lässig und formell – er funktioniert zur schmal geschnittenen Hose genauso wie zum legeren Sommeroutfit, vorausgesetzt, der Rest des Looks stimmt.
Gut zu wissen: Horsebit Loafer gibt es inzwischen von vielen Marken und in allen Preisklassen. Wer nicht gleich in Gucci investieren will, findet bei Vagabond Shoemakers solide Alternativen.
Andere Arten von Loafern
Neben den drei Haupttypen gibt es noch einige Varianten, die weniger verbreitet, aber nicht weniger interessant sind:
Kiltie Loafer – stammt ursprünglich aus Schottland und hat eine charakteristische Fransenverzierung über dem Spann. Ein eher rustikaler Stil, der gut zu Tweed und Country-Looks passt.
Beef Roll Loafer – eine amerikanische Variante des Penny Loafers mit dickeren, sichtbaren Nähten an den Seiten. Robuster und informeller als der klassische Penny.
Tipps zur Pflege von Loafern
Leder ist Haut – und wie Haut trocknet es mit der Zeit aus. Wann ein Loafer Pflege braucht, sieht man am Material selbst: Wenn das Leder matt wirkt, sich trocken anfühlt oder feine Risse in den Gehfalten zeigt, ist es Zeit. Bei Schuhen, die man oft trägt, ist das häufiger der Fall als bei Gelegenheitsschuhen.
Schuhcreme vs. Schuhwachs – zwei verschiedene Dinge. Schuhcreme zieht ins Leder ein, nährt es und hält es geschmeidig. Schuhwachs legt sich als Schutzschicht auf die Oberfläche, gibt Glanz und macht das Leder wasserabweisender. Idealerweise zuerst Creme, dann Wachs. In beiden Fällen gilt: dünn auftragen. Zu viel Produkt verkrustet und lässt das Leder nicht mehr atmen.
Farblich passende Creme hat den Vorteil, dass sie kleine Kratzer und Abrieb kaschiert. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu farbloser Creme. Beim Schuhwachs ist Bienenwachs eine gute Wahl – es schützt das Leder vor Feuchtigkeit und gibt einen sauberen Glanz.
Wildleder ist ein Sonderfall: Hier auf keinen Fall Creme oder Wachs verwenden – das verklebt die feinen Fasern und das Leder wird speckig. Stattdessen: Imprägnierspray vor dem ersten Tragen, danach bei Bedarf auffrischen. Verschmutzungen mit einer Kreppbürste behandeln.
Schuhspanner helfen, dass das Leder die Gehfalten nicht zu tief einprägt. Wer sie nicht nach jedem Tragen reinsteckt: zumindest wenn die Schuhe länger im Schrank stehen.
Weitere Tipps zur Pflege von Lederschuhen findest du hier!
Unser Loafer-Sortiment
Bei Booster findest du Loafer von Castellano (handgefertigte Penny Loafer aus Madrid), Solovair (Tassel und Penny Loafer, Made in England) und Vagabond Shoemakers. Die komplette Auswahl gibt es im Laden an der Stüssihofstatt 6 in Zürich – online haben wir nur einen Teil des Sortiments.
Unser Sortiment an Loafer-Schuhen findest du hier!











